Unruhen und Rassismusdebatte in Großbritannien nach Polizeifehler

Henry Nowak starb im Dezember 2025 nach einem Messerangriff, während Polizisten vor Ort waren. Der Täter, ein 23-jähriger Sikh, hatte die Beamten belogen und behauptet, selbst Opfer eines rassistischen Angriffs zu sein. Die Polizisten verwechselten daraufhin Täter und Opfer und legten dem sterbenden Nowak Handschellen an. Der Student rief mehrfach "Ich kann nicht atmen" - die gleichen Worte, die George Floyd 2020 in den USA sprach, bevor er unter Polizeigewalt starb.
Nach der Veröffentlichung von Bodycam-Videos des Polizeieinsatzes kam es zu massiven Protesten in Southampton. Hunderte gingen auf die Straße, beschädigten Autos, warfen Gegenstände auf Polizisten und verletzten elf Beamte. Der Rechtsextremist Tommy Robinson und Nigel Farage, Chef der rechtspopulistischen Reform UK, riefen zu Demonstrationen auf. Farage sprach von "weißen Vorurteilen" der Polizei und forderte in einem Video, mit "kalter Wut" zu reagieren.
Experten widersprechen jedoch Farages Darstellung. Der Sozialpsychologe Clifford Stott bestätigte zwar unterschiedliche Polizeibehandlung, betonte aber, dass Schwarze und andere Minderheiten weiterhin stärker von der Polizei kontrolliert, getasert und angeklagt werden als Weiße. Die Familie Nowaks bat ausdrücklich darum, die Tragödie nicht zu instrumentalisieren, um Spaltung zu sähen.
Die Polizeirichtlinien des "Police Race Action Act" sollen nun überarbeitet werden. Premierminister Keir Starmer verurteilte die Krawalle scharf und wies Vorwürfe zurück, dass die britische Polizei mit zweierlei Maß messe. Die Dienstaufsicht untersucht das Verhalten der beteiligten Beamten, einer hat bereits gekündigt. Ein weiterer Polizist erhielt Morddrohungen und musste mit seiner Familie umziehen.
Información de Tagesschau (Alemania). Edición y redacción: Noticias Today.
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